Dr. Klaus Neundlinger | Wissensökonom

„Frei heißt ein Ding, das nur aus der Notwendigkeit seiner eigenen Natur heraus existiert und nur durch sich selbst zum Handeln bestimmt wird.“ [Spinoza]

Dr. Klaus Neundlinger promovierte im Jahr 2001 im Fachbereich Philosophie zum Thema „Arbeit und Gewalt“. Im Anschluss daran lebte und arbeitete er als Lektor an der Universität „L'Orientale“ in Neapel. Seine weiteren Stationen: Freiberuflicher Übersetzer sozial- und kulturwissenschaftlicher Werke aus dem Italienischen, sowie Leiter eines Forschungsprojektes zum Thema „Neue Selbständigkeit“ am Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft in Wien. Zudem engagierte er sich zwischen 2002 und 2008 in mehreren Forschungsprojekten des European Institute for Progressive Cultural Policies. Seit 2010 entwickelt er Lehr- und Forschungsinhalte zu den Themen Wissensökonomie, Sozialkapital und soziale Produktivität, welche er in seiner Funktion als Lektor am Institut für Philosophie an der Universität Wien im Fach Angewandte Ethik vermittelt. Nebst zahlreichen selbständigen Publikationen und Beiträgen in kultur- und sozialwissenschaftlichen Sammelbänden, sowie seiner internationalen Forschungstätigkeit und Teilnahmen an Konferenzen, unterstützt er als Leiter der Forschung der 4dimensions GmbH unser Team durch sein unerschöpfliches Expertenwissen und seine Gabe, die Dinge aus multidimensionaler Perspektive zu betrachten und zu kommunizieren. 

Wie würdest du deine Arbeit beschreiben?

Ich bin Phänomenologe und versuche daher, zum Kern einer Wahrnehmung oder Erfahrung vorzudringen. Was ist in einer Erfahrung gegeben, was ist sichtbar und was ist nicht gegeben, also nur in Gedanken vorhanden? Wo trifft das noch nicht Gegebene, die Erwartung, auf Bestätigung oder Enttäuschung? Was kann man aus solchen Erfahrungen lernen? Besonders spannend werden diese Fragen, wenn Erfahrungen geteilt werden; wenn es um Interaktion geht, etwa um die Zusammenarbeit in Organisationen. Was bringt Menschen dazu, ihre Erfahrungen, ihr Wissen, ihre Sicht der Dinge mit anderen zu teilen? Welche Probleme entstehen in diesem Austausch? Dazu entwickle ich Lösungen und Modelle.

Was macht dir Freude in deinem Job? Worauf bist du am meisten stolz? 

In diesem wirtschaftlichen Kontext wirke ich vielleicht auf den ersten Blick als Philosoph etwas exotisch. Daher bereitet es mir ganz besondere Freude zu sehen, dass meine Perspektive unsere Beratung zu bereichern vermag. Die richtigen Fragen sind oft wichtiger als eine vorgefertigte Antwort. Stolz bin ich vor allem auf die Tatsache, welch wichtiger Bestandteil unserer Arbeit, auch mit und für unsere KundInnen, die Forschung in nur 3 Jahren geworden ist.

Was sind die größten Herausforderungen?

Die Verbindung von Komplexität und Klarheit. Aus meiner wissenschaftlichen Rolle heraus neige ich natürlich wie jeder verantwortungsvolle Forscher dazu, viele Ebenen eines Problems zu sehen und bearbeiten zu wollen. Die Suche nach dem Wesentlichen ist dann wie gesagt die Herausforderung. Und auch Tatsache, dass wir nun auf immer mehr internationale Konferenzen eingeladen sind und ich eigentlich nicht sehr gerne im Flugzeug sitze.

Was inspiriert dich?

Alles,  besonders jede Form des Wissensaustausches mit anderen: die Gespräche im Team genauso wie Begegnungen auf internationalen Konferenzen und natürlich auch mit unseren KundInnen.

Was ist dein Lebensmotto?

Verstehen als Imperativ! Mir ist es besonders wichtig, die Meinung, den Standpunkt anderer nachzuvollziehen und dadurch meine eigene Sicht zu erweitern. 

Der in deinen Augen bedeutendste Mensch in der Geschichte?

In der Geschichte gibt es sehr viele Akteure, die „unsichtbar“ bleiben und dennoch große Bedeutung haben. Historisch gesehen erachte ich Prozesse der Befreiung als sehr wichtig. In diesem Sinne habe ich größten Respekt vor Menschen, die unter repressiven Rahmenbedingungen dennoch aktiv werden und ihre Überzeugungen vertreten und leben. 

Email: klaus.neundlinger@4dimensions.at

Forscherprofil: Klaus Neundlinger